Versorgungssituation im süddeutschen Raum.

Kraftwerk

Wesentliche Grundlage der deutschen Industrie, aber auch des gesamten gesellschaftlichen Lebens ist eine sichere und bezahlbare Stromversorgung. Um Stromversorgungssicherheit zu gewährleisten, muss unter anderem jederzeit ausreichend gesicherte Kraftwerksleistung vorhanden sein, um die nachgefragte Strommenge decken zu können. Es reicht dabei nicht, wenn auf europäischer oder nationaler Ebene ausreichend gesicherte Kraftwerksleistung bereitsteht. So gibt es zum Beispiel in Deutschland in vielen Situationen Netzengpässe zwischen Nord- und Süddeutschland. In diesen Fällen muss zumindest ein Teil der süddeutschen Nachfrage auch durch in Süddeutschland vorhandene Kraftwerksleistung gedeckt werden können.

Herausforderung gesicherte Kraftwerksleistung

Für den Freistaat Bayern ist es aus zweierlei Gründen eine große Herausforderung, auch in Zukunft über ausreichend gesicherte Kraftwerksleistung zu verfügen:

  • Infolge des Kernenergieausstiegs gehen hohe gesicherte Erzeugungskapazitäten vom Netz. Bis 2022 werden allein in Bayern 5.373 Megawatt Kernkraftwerksleistung stillgelegt, zusätzlich zur Stilllegung anderer konventioneller Kraftwerke.
  • Der Ausbau der erneuerbaren Energien, die marktoptimierte Betriebsweise konventioneller Kraftwerke und der europäische Stromhandel erfordern einen Aus- und Umbau der Stromnetze. Erfolgt diese Umgestaltung des Energiesystems – wie aktuell der Fall – schneller als die Realisierung der dazu benötigten Netzausbaumaßnahmen, bleiben vorhandene Netzengpässe bestehen oder werden sogar weiter verschärft.

Kritische Situationen im Übertragungsnetz

Analysen konkreter Belastungssituationen im Übertragungsnetz zwischen 2011 und 2012 zeigen, dass bei einigen kritischen Situationen bereits alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu ihrer Entschärfung (wie z. B. Redispatch oder Countertrading) ausgeschöpft waren. Die vollständige Beseitigung aller auftretenden Leitungsüberlastungen und eine garantierte Sicherheit in kritischen Situationen waren hier nicht mehr zu gewährleisten.

Ein Ausfall der Stromversorgung würde insbesondere die Industrie im süddeutschen Raum treffen. Das unterstreicht die Bedeutung von zusätzlicher Flexibilität bei Last und Erzeugung im süddeutschen Raum, um kritische Netzsituationen zu vermeiden.
Einen Beitrag zur Erreichung der benötigten Flexibilität kann durch die technische Erschließung und Vermarktung von Demand Side Management in Unternehmen erbracht werden. Der Bedarf der Stromnetzbetreiber, auf flexible Lasten zugreifen zu können, ist somit vorhanden und kann von den in Bayern ansässigen Unternehmen bedient werden.