Abschaltverordnung

Demand Side Management: Leitzentrale

Die Abschaltverordnung (Verordnung zu abschaltbaren Lasten oder AbLastV) ist den neuen Absätzen 4a und 4b des § 13 Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) zugeordnet. Danach müssen abschaltbare Lasten künftig in einem diskriminierungsfreien und transparenten Ausschreibungsverfahren beschafft werden, das über eine gemeinsame Internetplattform der Übertragungsnetzbetreiber umzusetzen ist. Voraussetzung ist, dass dies technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Bereitschaftsvergütung

Industrieunternehmen, die an einer solchen Ausschreibung teilnehmen und sich bereit erklären, ihre Prozesse bei Bedarf im Übertragungsnetz zu unterbrechen oder zu drosseln, wird eine Bereitschaftsvergütung gezahlt. Die Bereitstellung von abschaltbaren Lasten vergütet der Übertragungsnetzbetreiber mit 30.000 Euro pro Megawatt und Jahr. Darüber hinaus wird die tatsächliche Abschaltung der Last gesondert vergütet. Der an Industrieunternehmen gezahlte Preis bei tatsächlicher Verringerung der Last liegt zwischen 100 und 400 Euro pro Megawattstunde.

Vertragsabschluss

In der Abschaltverordnung werden die Einzelheiten zum Vertragsabschluss für abschaltbare Lasten geregelt. Dies betrifft unter anderem die technischen Anforderungen an abschaltbare Lasten, Vorgaben für die Teilnahme am Ausschreibungsverfahren und die Vergütung. So muss ein Unternehmen zur Teilnahme an einer Ausschreibung zum Beispiel sogenannte Präqualifikationsanforderungen erfüllen. Diese werden in der Verordnung geregelt.

Belastungsausgleich

§ 13 Abs. 4b EnWG legt zudem fest, dass die Kosten für die Beschaffung von Zu- und Abschaltlasten für den Netzbetreiber durch einen bundesweiten Belastungsausgleich kompensiert und über eine Umlage auf die Verbraucher verteilt werden.