Demand Side Management – Stromnachfrage flexibilisieren, Kosten senken

Was ist DSM: Ingenieure mit Plänen

In einem Stromversorgungssystem mit zukünftig immer höheren Anteilen schwankender Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien steigt der Bedarf, die Stromnachfrage zu flexibilisieren.

Für Unternehmen aus der Industrie eröffnen sich durch Demand Side Management neue Chancen, um zusätzliche Erlöse zu generieren. Mit der Vermarktung einer flexiblen Last mit einem Volumen von 500 Kilowatt lassen sich zum Beispiel am Regelenergiemarkt Einnahmen von bis zu 40.000 Euro pro Jahr erzielen. Im Rahmen der neuen Abschaltverordnung können stromintensive Unternehmen Lasten ab 50 Megawatt auch direkt anbieten. Gleichermaßen liefert Demand Side Management (DSM) einen Beitrag zur Erhöhung der Versorgungssicherheit, die für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens unerlässlich ist.

Spitzenlastmanagement und DSM

Generell ist zwischen Spitzenlastmanagement und Demand Side Management zu unterscheiden. Spitzenlastmanagement wird in Unternehmen angewendet, um kostenintensive betriebliche Lastspitzen zu reduzieren und so die individuellen Stromnetzentgelte zu senken. Demand Side Management macht flexible Lasten in Unternehmen für das Stromversorgungssystem nutzbar. Anwendungsbeispiele sind die Erbringung von Systemdienstleistungen für einen stabilen Betrieb der Stromnetze oder für den Ausgleich von Schwankungen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Wesentliche Voraussetzung für einen flexiblen Betrieb elektrischer Aggregate im Rahmen eines Demand Side Management sind Zwischenspeicher, die zeitliche Verschiebungen innerhalb eines Prozesses auffangen können. In Frage kommen zum Beispiel Wärme- oder Kältespeicher, Druckluftspeicher und Materiallager (Silos, Gasspeicher, Wasserbecken etc.).

DSM als Teil des betrieblichen Energiemanagements

Um die Potenziale effektiv zu erschließen, sollte Lastmanagement integrierter Teil eines betrieblichen Energiemanagements sein. Die Analyse der betrieblichen Prozesse für die Nutzbarmachung im Rahmen von DSM erfolgt idealerweise angelehnt an ein bestehendes Energiemanagementsystem, da dadurch prozessrelevante Daten bereits erfasst und ausgewertet sind. Um optimale Unternehmensergebnisse zu erzielen, ist eine Bewertung der Energie- und Kosteneffizienz aus Gesamtsicht notwendig.

Vermarktung flexibler Lasten über einen Pool

Große und energieintensive Unternehmen, die einen eigenen Bilanzkreis verwalten, können ihre flexiblen Lasten zumeist selbst vermarkten. Für Unternehmen mit geringeren Lasten ist es sinnvoll, sich für die Vermarktung ihrer flexiblen Lasten bzw. Erzeugungseinheiten einem Lastenpool anzuschließen. Den Aufbau und die Vermarktung des Pools übernimmt ein spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen (Aggregator).