Presse und Medien

Hier finden Sie Presseinformationen zum Pilotprojekt "Demand Side Management Bayern".

Pressekontakt

Für Fragen dazu wenden Sie sich bitte an:
Kerstin Ladiges, Tel.: +49(0)30 726165-752 / E-Mail: pressedenade

Aktuelle Informationen der Deutschen Energie-Agentur (dena) erhalten Sie im Pressebereich der zentralen dena-Internetseite: online-Pressebereich der dena.

Bei Fragen dazu wenden Sie sich bitte an das Presseteam:
Stella Matsoukas
Tel.: +49(0)30 726165-657
E-Mail: presse@dena.de

In die Presseverteiler der dena können Sie sich zentral im Pressebereich eintragen.

Pressemitteilungen

20.6.2016: Bayern geht voran auf dem Weg zum Demand Side Management

Roadmap für flexible Steuerung des Stromverbrauchs in Unternehmen vorgelegt / Betriebe brauchen Know-how und freien Zugang zum Energiemarkt / Wirtschaftsministerin Aigner plädiert für mehr Informationen für Unternehmen

Bayerns Wirtschafts- und Energieministerin Ilse Aigner hat heute auf der Abschlusskonferenz des Pilotprojekts „Demand Side Management Bayern“ für eine verstärkte Information von Unternehmen zum Thema Demand Side Management (DSM) plädiert. Das Pilotprojekt der Deutschen Energie-Agentur (dena) hat gezeigt, dass in vielen Unternehmen Potenziale für die Flexibilisierung der Stromnachfrage bestehen. Auch Vermarktungswege für diese Potenziale sind grundsätzlich vorhanden. Die heute veröffentlichte Roadmap DSM macht deutlich, dass Know-how und technische Grundlagen in den Unternehmen aufgebaut werden müssen, um DSM erfolgreich einzusetzen. Gleichzeitig muss die Politik die Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen ihre flexible Stromnachfrage als Dienstleistung vermarkten können.

„Für eine erfolgreiche Energiewende müssen wir neue Wege beschreiten. Dazu gehört auch die Flexibilisierung der Stromnachfrage von Unternehmen. Intelligentes Lastmanagement kann einen wertvollen Beitrag dabei leisten, die stark schwankende Erzeugung der erneuerbaren Energien in unser Stromversorgungssystem zu integrieren“, sagte Aigner auf der Abschlusskonferenz des Pilotprojekts in München. „Das DSM-Projekt hat gezeigt, dass dafür bei den Unternehmen Potenzial vorhanden ist. Insgesamt 50 bayerische Unternehmen haben sich beteiligt, 10 davon wurden bei der Vermarktung ihres flexiblen Verbrauchs begleitet. Die Roadmap liefert jetzt eine Grundlage, um weitere Schritte einzuleiten.“

„Bayern ist ein wichtiger Vorreiter für Demand Side Management in Deutschland“, hob der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung Andreas Kuhlmann hervor. „Das Pilotprojekt kann als Vorbild für andere Bundesländer dienen. Unternehmen, die ihre Stromnachfrage an die Bedürfnisse des Stromsystems anpassen, bieten eine wertvolle Dienstleistung für die Energiewende. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass der Markt diesen Wert auch honoriert und Unternehmen Raum für Innovationen bietet. Die Roadmap zeigt dafür die nächsten Schritte.“

Herausforderungen für Politik und Wirtschaft

Energiewirtschaftliche Herausforderungen liegen vor allem in den bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen und der aktuellen Struktur der Flexibilitätsmärkte. Für Unternehmen muss ein einfacher Zugang zu Flexibilitätsmärkten geschaffen werden. Auch in etablierten energiepolitischen Instrumenten muss DSM Berück-sichtigung finden. Die Roadmap empfiehlt zum Beispiel, die aktuelle Netzentgeltsystematik anzupassen, um geeignete Rahmenbedingungen für DSM herzustellen. Außerdem sollte DSM in die bestehenden Regelungen zu Energieeffizienz und Energiemanagement integriert werden. Dafür sollten die Umlagebefreiung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder Energieaudits nach DIN EN 16247-1 an eine Prüfung von DSM-Potenzialen geknüpft werden.

DSM ist bisher als Geschäftsfeld kaum bekannt. Unternehmen müssen deshalb umfassend über die Vermarktungsmöglichkeiten von flexiblen Lasten informiert werden. Die Roadmap empfiehlt dafür beispielsweise Infor-mationskampagnen für Industrieunternehmen oder die Aufnahme des Themas in die Arbeit von Energieeffi-zienznetzwerken. Außerdem ist es notwendig, in den Betrieben technische und strukturelle Grundlagen zu schaffen. Um DSM nutzen zu können, müssen die Unternehmen zum Beispiel nicht wie bisher nur allgemeine, sondern auch prozessspezifische Energiedaten erheben. Auch der Aufbau von technischem Know-how bis hin zur Steuerungsfähigkeit einzelner Prozesse sind wichtige Schritte, um eine Flexibilisierung der Stromnachfrage zu ermöglichen.

Steigende Bedeutung von Flexibilität im Stromsystem

DSM bezeichnet die Steuerung der Stromnachfrage durch das gezielte Ab- und Zuschalten von Lasten aufgrund von Preissignalen am Strommarkt oder netzseitigen Anreizen. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien kommt der Nutzung der Flexibilisierungspotenziale auf der Nachfrageseite eine wichtige Rolle zu. In der Vergangenheit beruhte das deutsche Stromversorgungssystem auf dem Prinzip, dass die Erzeugung dem Verbrauch angepasst wird. In einem Stromsystem, das maßgeblich auf fluktuierenden erneuerbaren Energien basiert, werden Ausgleichmechanismen wie DSM immer wichtiger. Sie sind notwendig, um eine hohe Stabilität des Stromsystems zu gewährleisten.

Insbesondere für Bayern spielt die Frage nach den realen Flexibilisierungspotenzialen eine große Rolle. Denn in naher Zukunft werden große konventionelle Erzeugungskapazitäten in der Region wegfallen, insbesondere durch die Abschaltung der bayerischen Atomkraftwerke Gundremmingen und Isar 2 sowie weiterer Kraftwerke in Baden-Württemberg. Gleichzeitig hat Süddeutschland aufgrund seiner Wirtschaftsstärke einen hohen Strombedarf. Die verstärkte Nutzung von lastseitiger Flexibilität kann zukünftig einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Zur Roadmap

Ziel der Roadmap ist es, den Handlungsbedarf zu beschreiben, um den in Zukunft erwarteten Flexibilitätsbedarf auch mit flexiblen Lasten erschließen zu können. Die Roadmap leitet aus den Erfahrungen des Pilotprojekts DSM Bayern Handlungsempfehlungen ab, damit die in Deutschland vorhandenen DSM-Potenziale besser erschlossen werden können. Die beschriebenen Herausforderungen basieren unter anderem auf Erfahrungen der teilnehmenden Unternehmen und DSM-Vermarkter bei der Erschließung und Vermarktung von Flexibilitäten, flankiert durch Begleitforschung und Erfahrungen und Einschätzungen des Projektbeirats. Die abgeleiteten Handlungsempfehlungen sind Ergebnis der Diskussionen in diesem breiten Expertenkreis.

Zum Pilotprojekt

Im Pilotprojekt DSM Bayern untersuchte die dena mit Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und im Zusammenwirken mit bayerischen Unternehmen, wie DSM wirtschaftlich erfolgreich eingesetzt werden kann. Ziel des Projekts ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre verschiebbaren Lasten zu ermitteln und zu vermarkten. Die dena hat dafür die stromverbrauchenden Prozesse von 50 bayerischen Unternehmen auf Potenziale für Lastverschiebung hin analysiert und überprüft, ob diese wirtschaftlich erschließbar sind.

29.02.2015 Papierhersteller UPM unterstützt Energiewende in Bayern

Bayerns Wirtschafsministerin Aigner besucht Teilnehmer des dena-Pilotprojekts Demand Side Management Bayern

Bayerns Wirtschafts- und Energieministerin Ilse Aigner hat am Montag eines der Unternehmen in Bayern besucht, das bereits seinen Stromverbrauch an die aktuelle Situation im Stromsystem anpasst. Der Papierhersteller UPM GmbH in Schongau gehört zu den Vorreiterunternehmen, die derzeit in einem Pilotprojekt der Deutschen Energie-Agentur (dena) und des Bayerischen Wirtschaftsministeriums das sogenannte Demand Side Management (DSM) erproben. Wie DSM erfolgreich in der Praxis funktionieren kann, hat sich Energieministerin Aigner vor Ort am Beispiel der Holzstoffproduktion bei UPM erläutern lassen.

Pilotprojekt liefert wertvolle Erfahrungen für Marktentwicklung
„Damit die Energiewende ein Erfolg wird, müssen wir die Erneuerbaren besser in das Gesamtsystem integrieren. Dafür brauchen wir flexible Lösungen, sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrage-Seite“, sagte Aigner beim Rundgang. Die bayerische Staatsregierung fördere deswegen sieben Pilotprojekte zum Lastmanagement. „Die bayerische Wirtschaft ist hier ein Innovationsmotor und Unternehmen wie UPM leisten Pionierarbeit für den Umbau unserer Energieversorgung. Die Erkenntnisse aus diesen Projekten sind die Voraussetzung dafür, dass wir flexibles Lastmanagement in Zukunft möglichst flächendeckend einsetzen können.“

dena-Geschäftsführerin Kristina Haverkamp betonte: „UPM ist auch deshalb ein so gutes Beispiel, weil hier mit sehr viel Anpassungsbereitschaft auf den eigenen Energieverbrauch geblickt wird. Die flexible Last von 25 Megawatt ist eine der größten im DSM-Pilotprojekt der dena. Von der Flexibilität profitiert das Unternehmen ebenso wie das Stromnetz. Wir brauchen solche Vorreiter, denn wir werden im Laufe der Energiewende noch viele neue Wege gehen müssen. Mit den Erfahrungen aus dem dena-Pilotprojekt können wir die Herausforderungen genauer identifizieren. Das bringt uns einen großen Schritt voran.“

Demand Side Management bei UPM
In Schongau hat die Papierherstellung eine lange Tradition. Im Jahr 1887 nahm die erste Papierfabrik dort ihren Betrieb auf. Heute gehört das Werk zum international tätigen UPM-Konzern. Am Standort in Oberbayern produzieren 540 Mitarbeiter unter anderem Papier für Zeitungen und Magazine sowie für Werbebeilagen. Dafür werden als Rohstoff neben Altpapier auch Holzhackschnitzel verwendet, die im Produktionsprozess zu Holzstoff zerfasert werden. Dieser stromintensive Prozessschritt eignet sich gut für DSM: Die Holzhackschnitzel und der Holzstoff lassen sich vor beziehungsweise nach dem Prozess in Materialspeichern lagern. Das ermöglicht es, die Stromabnahme für das Zerfasern kurzfristig zu unterbrechen, ohne den Anlagen und dem Produkt zu schaden und den weiteren Produktionsprozess zu stören.

Die so gewonnene Flexibilität bietet das Unternehmen den zuständigen Übertragungsnetzbetreibern als Regelleistung an. Diese nutzen Regelleistung dazu, Stromerzeugung und -verbrauch im Netz im Gleichgewicht zu halten. Über die Vermarktung seiner flexiblen Last erzielt UPM Erlöse und trägt gleichzeitig zu einem sicheren Stromnetzbetrieb bei.

„Wir sind immer auf der Suche nach Innovationen, mit denen wir Kosten sparen oder neue Geschäftsfelder erschließen können. Demand Side Management hat auch an unseren weiteren deutschen Standorten ein hohes Potenzial. Diese Art der Regelleistungserbringung erfolgt darüber hinaus CO2-frei, was perfekt mit unserer Unternehmensphilosophie harmoniert“, so Ruud van den Berg, Senior Vice President MPA bei der UPM-Gruppe.

Das Pilotprojekt
DSM ist in Deutschland noch relativ neu und in der Praxis wenig erprobt. In dem Pilotprojekt untersucht die dena mit Förderung durch das Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und im Zusammenwirken mit bayerischen Unternehmen, wie DSM wirtschaftlich erfolgreich eingesetzt werden kann. Ziel des Projekts ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre verschiebbaren Lasten zu ermitteln und zu vermarkten. Die dena hat dafür die stromverbrauchenden Prozesse von ca. 50 bayerischen Unternehmen auf Potenziale für Lastverschiebung hin analysiert und überprüft, ob diese wirtschaftlich erschließbar sind. Derzeit unterstützt die dena die Unternehmen bei der Vermarktung ihrer DSM-Potenziale.


19.09.2014 Energiewende in Bayern: Traditionsunternehmen geht voran

Energieministerin Aigner besucht dena-Pilotprojekt für flexible Stromnachfrage

Bayerns Wirtschafts- und Energieministerin Ilse Aigner hat sich heute am Beispiel der Vogtmühlen Illertissen ein Bild davon gemacht, wie Unternehmen ihren Stromverbrauch fle-xibilisieren können. Der Mühlenbetrieb im Landkreis Neu-Ulm nimmt an einem Pilotprojekt der Deutschen Energie-Agentur (dena) und des Bayerischen Wirtschaftsministeriums teil, das die Potenziale für eine gezielte Steuerung des Stromverbrauchs in Unternehmen analysiert.

„Bayerns Unternehmen können viel zum Erfolg der Energiewende beitragen und dabei auch neue Geschäfts-felder erschließen“, sagte Energieministerin Aigner bei der Besichtigung. „Dafür müssen wir auf Innovationen setzen. Deshalb unterstützen wir mit dem Pilotprojekt die Unternehmen dabei, ihre Potenziale für die flexible Steuerung des Stromverbrauchs zu ermitteln. Am Anfang steht die genaue Analyse der Prozesse und Anlagen. Die Vogtmühlen Illertissen gehen hier mit gutem Beispiel voran. “

Der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung Stephan Kohler hob die Vorreiterrolle Bayerns hervor: „Unser Ziel ist es, dieses für die Energiewende wichtige Instrument in Deutschland voranzubringen und marktfähig zu machen. Bayern ist mit dem Pilotprojekt ein absoluter Vorreiter. Von den Erfahrungen können auch Unter-nehmen in anderen Bundesländern lernen.“

Bei den Vogtmühlen ist der Hauptprozess, das Getreidemahlen, grundsätzlich für das sogenannte Demand Side Management geeignet. Die Mühlen haben einen vergleichsweise hohen Strombedarf und sind damit eine signifikante Größe. Sie können für mehrere Stunden abgeschaltet und auch relativ schnell wieder in Betrieb genommen werden, ohne dass die Anlagen oder das Produkt Schaden nehmen. Bei Unterbrechungen lassen sich der Rohstoff Getreide und das Endprodukt Mehl in Speichern lagern. Schließlich ist der Mahlprozess nicht eng an andere Prozesse im Unternehmen oder in der Wertschöpfungskette gebunden.

Zurzeit analysiert die dena das technische Potenzial für Lastverschiebungen in den Vogtmühlen. In einem weiteren Schritt wird dann die wirtschaftliche Vermarktbarkeit untersucht. Anhand von Beispielen wie den Vogtmühlen zeigt die dena, wie Unternehmen vorgehen müssen, um ihren Stromverbrauch an die Lage im Stromsystem anzupassen: von der Datenerhebung über die Auswahl geeigneter Prozesse bis zur Abschätzung der Vermarktungspotenziale. Auf Grundlage der Einzelanalysen wird die dena Standards für den Einsatz von Demand Side Management in Unternehmen entwickeln.

Demand Side Management ist nützlich, um die Schwankungen bei der Erzeugung von Strom aus Wind- und Solarenergie auszugleichen und das Stromnetz stabil zu halten. Für Unternehmen kann sich damit eine neue Einnahmequelle eröffnen. Der Bedarf an steuerbaren Lasten wird mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien weiter steigen.


16.12.2013: Bayern wird Vorreiter für flexible Stromnachfrage

Bayerisches Wirtschaftsministerium und dena starten Pilotprojekt zum Demand Side Management in Industrie und Gewerbe

Das Bayerische Wirtschaftsministerium und die Deutsche Energie-Agentur (dena) haben ein Pilotprojekt gestartet, das untersucht, wie die Stromnachfrage in Unternehmen flexibler gestaltet werden kann. Das Projekt wird die Potenziale in verschiedenen Branchen ermitteln und will gemeinsam mit rund zwei Dutzend Unternehmen in der Praxis erproben, wie diese ihren Stromverbrauch an die Lage im Energiesystem anpassen, ihre Energiekosten senken und zusätzliche Einnahmen durch den Verkauf ihrer Potenziale zur Lastverschiebung erwirtschaften können.

„Unternehmen können mit der Flexibilisierung ihres Stromverbrauchs nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten“, sagte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bei der Vorstellung des Projekts in München. „Sie können diese Flexibilität auch als Dienstleistung vermarkten und so neue Geschäftsfelder für sich erschließen. Die Voraussetzung dafür ist, dass sie wissen, wie sie ihre Anlagen flexibel betreiben können. Mit unserem Pilotprojekt unterstützen wir bayerische Unternehmen dabei.“

Mit dem Ausbau der Stromerzeugung aus Sonnen- und Windenergie wird es immer wichtiger, auch die Nachfrage flexibel steuern zu können. Aigner betonte: „Intelligentes Lastmanagement kann wertvolle Beiträge zur Bereitstellung von Ausgleichs- und Regelenergie im Stromsystem leisten und die Integration der stark schwankenden Erzeugung aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen unterstützen. Vor allem gewerblichen und industriellen Verbrauchern bieten sich hier große Möglichkeiten.“ Je nach hohem oder niedrigem Stromangebot aus Wind- und Photovoltaikanlagen können Industrieunternehmen ihre Nachfrage verlagern. Diese gezielten Laständerungen werden entsprechend verschiedener Preismodelle vergütet, das heißt für Unternehmen eröffnet sich hier ein neues Geschäftsfeld. Erste spezialisierte Dienstleistungsunternehmen stehen bereit, Unternehmen bei der Vermarktung ihrer Potenziale zur Lastverschiebung zu unterstützen.

Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, verwies darauf, dass die Unternehmen die Flexibilisierungspotenziale ihres Stromverbrauchs bisher kaum vermarkten. Lastmanagement werde allenfalls als Mittel zur Reduktion der eigenen Nachfragespitze eingesetzt: „In praktisch allen Branchen gibt es Potenziale. Auch mehrere kleinere flexible Lasten können gemeinsam vermarktet werden. In den Unternehmen, insbesondere in kleinen und mittleren, ist das kaum bekannt. Deshalb ist es gut, wenn Bayern hier vorangeht. Von den Erfahrungen werden Unternehmen bundesweit profitieren.“

Für ein überbetriebliches Lastmanagement eignen sich elektrische Prozesse, bei denen der Zeitpunkt der Stromaufnahme variiert werden kann, zum Beispiel die Bereitstellung von Wärme in Öfen oder Kälte in Kühlhäusern, der Einsatz von Schreddern, Pumpen oder Mühlen, die Elektrolyse von Metallen oder die Klimatisierung von Räumen.

Aufbauend auf den Ergebnissen der analysierten Praxisbeispiele wird die dena im Rahmen des Projekts Hilfsmittel entwickeln, die anderen Unternehmen den Einstieg in das Lastmanagement erleichtern sollen, wie beispielsweise einen Leitfaden, Checklisten oder Vertragsvorlagen für die Einbindung von Dienstleistern. Darüber hinaus wird die dena eine Strategie entwickeln, wie der Markt für Lastmanagement mittelfristig weiter ausgebaut werden kann.